Ordnerfreigabe unter Linux mit Hilfe von NFS

Wenn man zwei oder mehr Linux-Rechner miteinander verbinden will, sprich Ordner für den jeweils anderen Rechner freigeben, bietet sich das Network File System (NFS) an. Um aber die Ordner über das Netzwerk verfügbar zu machen, müssen zuvor einige einfache Konfigurationen vorgenommen werden.
Aber zuerst einmal eine kurze Erklärung zu NFS aus Wikipedia:

Das Network File System – abgekürzt NFS (auch: Network File Service) – ist ein von Sun Microsystems entwickeltes Protokoll, das den Zugriff auf Dateien über ein Netzwerk ermöglicht. Dabei werden die Dateien nicht wie z. B. bei FTP übertragen, sondern die Benutzer können auf Dateien, die sich auf einem entfernten Rechner befinden, so zugreifen, als ob sie auf ihrer lokalen Festplatte abgespeichert wären. ( ➡ http://de.wikipedia.org/wiki/Network_File_System)

Der Computer, der den Ordner bereitstellt, ist der NFS-Server. Der Computer der auf diesen freigegebenen Ordner zugreifft ist der NFS-Client. Diese Unterscheidung ist wichtig, wenn man in YAST die NFS-Freigaben bearbeitet und bei der Öffnung der jeweiligen Ports iin der Firewall.

Danach erhält man folgendes Bild auf dem Monitor

Mit der Schaltfläche “Hinzufügen” kann man den entsprechenden Ordner auswählen.

Jetzt kann man den Ordner für die NFS-Freigabe einrichten.

Unter “Weitere NFS-Optionen” können die PCs eingegeben werden, die über das Netzwerk auf diesen Ordner zugreifen können, zudem können auch noch verschiedene Rechte vergeben werden. Setzt man anstelle eines PCs “*” ein, erhalten alle PCs die Erlaubnis auf den Ordner zuzugreifen.

Unter SuSe gibt es auch noch die Möglichkeit diese Schritte in YAST abzuarbeiten.

Dazu wäht man unter Netzwerkdienste NFS-Server aus und gibt die gewünschten Ordner frei.
!!Firewallports müssen geöffnet werden!!
Dies kann man entweder gleich in der selben Maske machen oder unter den Firewalleinstellungen unter dem Punkt erlaubte Dienste.

Mit diesen Schritten ist nun der NFS-Server einsatzbereit, d.h. die freigegeben Ordner können nun über das Netzwerk gefunden werden. Jetzt muss noch der NFS-Client konfiguriert werden, damit er die NFS-Freigaben findet und auf diese zugreifen kann. Dazu die folgenden Schritte nachvollziehen:

  • Unter SuSe gibt es die Möglichkeit die folgenden Schritte mit YAST zu bearbeiten, dazu einfach den NFS-Client auswählen, der Rest ist dann selbsterklärend. Bei mit (SuSe 10.1) funktionierten diese Schritte aber nicht richtig, zum einen konnte YAST die NFS-Freigaben im Netzwerk nicht finden, zum anderen konnten diese NFS-Freigaben nicht in /etc/fstab geschrieben werden. Deshalb hier auch noch die Bearbeitung in der Konsole.
  • Die Konsole starten und als Superuser (su) anmelden
  • Nun ist der Mount-Befehl für die NFS-Freigaben folgendermaßen aufgebaut:

    mount -t nfs [ -o Optionen ] Servername:Verzeichnis auf Server lokaler Mountpunkt

  • Um diesen Schritt nicht jedesmal durchführen zu müssen, kann man die NFS-Freigabe auch beim booten des Betriebssystem automatisch durchführen lassen. Dazu muss lediglich ein Eintrag in der Datei /etc/fstab eingefügt werden. Der Eintrag ist ähnlich aufgebaut wie der Mount-Befehl für die Konsole:

    [Servername]:[Verzeichnis auf Server] [lokaler Mountpunkt] [ -o Optionen ]

  • Beispiel für das Mounten der freigegebenen Verzeichnisses

    • IP-Adresse des NFS-Server: 192.168.0.20
    • Verzeichnis das freigegeben werden soll, auf NFS-Server: /home/user

    • IP-Adresse des NFS-Client: 192.168.0.50
    • lokaler Mount-Point auf NFS-Client: /home/user3/nfs-freigabe

    Eingab in der Konsole des NFS-Client

    mount -t nfs 192.168.0.20:/home/user/netzwerk /home/user3/nfs-freigabe

    Eingabe in /etc/fstab auf dem NFS-Client

    192.168.0.20:/home/user /home/user3/nfs-freigabe nfs defaults 0 0

    Weiterführende Links:

  • galileocomputing.de
  • wiki.ubuntuusers.de/NFS
  • Eine Antwort auf „Ordnerfreigabe unter Linux mit Hilfe von NFS“

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