Like me und ich sag dir wer du bist

Like me und ich sag dir wer du bist

In einer Studie der University of Cambridge wurden das Like-Verhalten von 58.000 Facebook Nutzern untersucht. Die Forscher konnten auf Grund dieses einen Mausklicks sehr genau auf Persönlichkeitsmerkmale der Probanden schließen. So war es beispielsweise möglich, dass Geschlecht mit einer Wahrscheinlichkeit von 93% vorherzusagen und mit 73% zu bestimmen, wer raucht.

Die Anzahl der Freiwilligen betrug 58.466, die im Durchschnitt 170 Mal auf den „Gefällt mir“-Button geklickt haben. Die Umfrage wurde nur in den USA durchgeführt und nicht auf andere Länder ausgeweitet. Ob das nun einen Minus-Punkt gibt oder nicht, überlasse ich euch. Die Wissenschaftler konnten natürlich solch eine große Anzahl an angeklickten Likes nicht alle manuell auswerten, sondern haben dafür ein mathematisches Modell entwickelt, welches mit sehr hoher Genauigkeit die einzelnen Kriterien bestimmen kann.

Private traits and attributes are predictable from digital records of human behavior
Grafik aus:
Michal Kosinski, David Stillwell, and Thore Graepel
Private traits and attributes are predictable from
digital records of human behavior; pnas.org

Was man aus den Likes nur mit 39% ersehen kann, ist die Intelligenz des Facebook-Nutzers. Zwar kann man über das gefallen bestimmter Marken eher auf die Schlauheit des Benutzers schließen, aber im allgemeinen ist diese Methode der Vorhersage sehr ungenau.

Nun wird sich der ein oder andere fragen, wie die Forscher ihr mathematisches Modell verifiziert haben. Ganz einfach, die Probanden haben einen Fragebogen ausgefüllt, der ihre Likes sprich ihre Persönlichkeitsmerkmale wiederspiegelte.

Die Studie ist im Fachblatt „Proceedings of the National Academy of Sciences” veröffentlicht worden und kann auf der Homepage eingesehen warden ➡ Private traits and attributes are predictable from digital records of human behavior

Ich werde auch hier jetzt nochmal das schreiben, was man ohnehin schon aus vielen anderen Pressemeldungen und Beiträgen her weis. Die Nutzer sozialer Netzwerke sollten aufpassen, welche Informationen sie mit wem teilen, damit die Privatsphäre (zumindest ein bisschen noch) Privatphäre bleibt und es kein böses Überraschung gibt.
Wer Hilfe bei den Privatsphäre-Einstellungen bei Facebook braucht, der wird hier fündig ➡ Privatsphäre-Einstellungen Checkliste für Ihr Facebook-Profil

Nutzer teilen private Daten bewusster

Eine überraschendes Ergebnis, hat eine Studie der US-amerikanischen Carnegie Mellon University ergeben. Die Facebook-Nutzer ihre privaten Daten bewusster mit ihren Freunden. Die Recherchen dafür wurde zwischen den Jahren 2005 und 2011 mit 5.000 Probanden durchgeführt.
Das Ergebnis ist denke ich wenig überraschen. Die User haben zu Beginn von Facebook (Studienbeginn 2005) ihre Daten mit allen möglichen Leuten geteilt und im Laufe der Zeit ihr Verhalten geändert. Die öffentliche Wahrnehmung und die Datenschützer haben sicherlich ihren Beitrag dazu geleistet.

Das Teilen von Informationen über Facebook war zu den Anfängen der Plattform relativ simple und ermöglichte keine besonderen Privatsphären-Einstellungen. Im Laufe der Zeit hat sich aber auch Facebook an die neuen Rahmenbedingungen anpassen müssen und nach und nach mehr Funktionen zur Steuerung der Privatsphäre implementiert. Über den aktuellen Stand kann man ja sehr viel in der Presse nachlesen, der den Datenschützern und der Öffentlichkeit noch immer nicht ausreichend ist.

Die User scheinen sich, der Studie zufolge, aber daran anzupassen und ihre Informationen gezielter zu posten.
Wer das Ergebnis der Studie, ohne meinen Senf, nachlesen möchte der wird hier fündig ➡ Studie: Facebook-User achtsamer bei Preisgabe von Daten

Soziale Medien und die Arbeit

Eine andere Studie, “Digital Diaries”, für die im Auftrag des Softwareunternehmens AVG Technologies 4000 Arbeitnehmer in zehn Ländern befragt wurden, gibt spiegelt ein anderes Bild wieder. Die Forscher haben hier nicht nur Facebook, sondern die sozialen Medien im Allgemeinen betrachtet.

In Deutschland fühlen sich 38% der Arbeitnehmer das durch die Nutzung von sozialen Medien ihre Privatsphäre am Arbeitsplatz beeinträchtigt wird. Im Vergleich mit den USA und UK liegt dort die Zahl um mehr als die Hälfte höher.
Der Schwerpunkt der Studie war Cyber-Schikanen. Das bedeutet, dass die Informationen, die der Nutzer auf den sozialen Netzwerken mit seinen „Freunden“ teil dort, je nach Privatsphäre-Einstellungen, für einen wesentlich größeren Personenkreis einsehbar sein kann.
Die dort veröffentlichten Informationen können so auch als Angriffsfläche für Cyber-Mobbing oder andere Formen von Schikanen sein. Hier kommen wir dann auch wieder dazu, sich genau zu überlegen, welche Informationen ich mit wem teilen möchte, damit ich meine (oder zumindest zum Teil) Privatsphäre schütze.

Eine Grafik, die die Ergebnisse der Studie schön darstellt, findet ihr hier ➡ Cyber-Schikanen Social Media gefährdet Privatsphäre im Job

Weiterführende Links

Facebook-Psychologie: Zeig mir deine Likes – und ich weiß, wer du bist Spiegel Online, 11.3.2013

Cyber-Schikanen Social Media gefährdet Privatsphäre im Job cio.de, 8.3.2013

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